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Für LehrerInnen
Schule kann klasse sein
Viel wird heute geredet über Qualitätsverlust an Österreichs Schulen. Eines stimmt. Es ist sicher nicht mehr so leicht für uns, Qualität zu halten und zu bewahren. Aber mit etwas gutem Willen, viel Freude an der Arbeit, vielen kreativen Ideen schaffen wir LehrerInnen es doch.
Ein Faktum aber dürfen wir bei allem nicht übersehen. Österreichs Schulen müssen unbedingt ein sicherer Ort für Kinder bleiben. Sicherheitserziehung gewinnt an Wichtigkeit und Notwendigkeit je mehr uns an Hilfen versagt bleibt. Denn nun müssen wir das schwierige Kind genau so alleine integrieren wie zuvor mit Hilfe speziell geschulter Kräfte. Wir müssen das hyperaktive Kind in Bahnen lenken, das motorisch ungeschickte Kind zum richtigen Einsatz seiner Motorik führen. Die Schwierigkeit, autistisch angehauchte Kinder zu integrieren, ist wohl eine der höchsten Hürden. Und dann steht da noch die Menge der Kinder, die Aggressionen in die Schule tragen, die auf unbewältigten privaten Problemen, Sorgen und Ängsten beruhen.
All das macht Schule nicht sicherer. Denn wir haben die schwierige Aufgabe, aus all diesen Komponenten ein sozial sicheres Netz für jedes Kind zu bilden, ein ruhiges, dem Lernen entgegenkommendes, angenehmes Klassenklima zu entwickeln.
Wo ist denn nun endlich unser Rettungsanker auf diesem schwankenden Schiff? Was macht es uns möglich, all diesen Entwicklungen entgegen zu steuern?
Wenn ich jetzt einfach sage: “Projekte”, würde ich es mir zu leicht machen. Und doch, wenn ich überlege, welche große Hilfe all die schönen Projekttage im Laufe der Jahre waren, könnten wir ziemlich nahe an der Sache sein. Eine besonders schöne Sache für die Schaffung eines richtig “wohligen” Klassenklimas sind die Projekttage, an denen Kreativität und Bewegung an erster Stelle sind. Innerhalb der Fächerquerverbindung Deutsch -Sachunterricht - Bildnerische Erziehung - Musikerziehung - Sport und Bewegung lässt sich hier so manche Aggression abbauen. Einige scheue Kinder werden im spielerischen Umgang mit Themenkreisen integriert, ängstliche Kinder werden von anderen unterstützt und finden so einen Weg zu sich selbst. Sie trauen sich in der Gruppe wesentlich mehr. Der Hyperaktive kann sich voll entfalten, das Arbeiten an den einzelnen Stationen steuert er selbst und entsprechend seinem Tempo.
Welches der Projekte das Schönste war? Ich weiß es nicht, will aber hier einige Beispiele anführen. Einfach so, wie ein Kochbuch uns zum Essen anregt, sollen Sie alle angeregt werden, sich ihre “Projektsüppchen” zu kochen! Und damit vielleicht endlich in einer ruhigen, gelösten Atmosphäre in der Klasse arbeiten zu können. Aus diesem Grund dürfen nicht nur emotionale Komponenten bei der Projektplanung eine Rolle spielen. Projekte sollen schließlich und endlich ja genau den Bedürfnissen der jeweiligen Klasse angepasst sein. Es wäre schließlich nicht sinnvoll, ein Projekt zum Thema “Buben-Mädchen-Achtung, Probleme!” anzusetzen, wenn diese friedlich miteinander auskommen. Projekte erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn sie wirklich einen Großteil der Kinder ansprechen – sei es, weil sie selbst Auslöser von Problemen sind, sei es, weil sie von den Problemen anderer betroffen sind.
Wesentlich ist es, im Vorfeld eine Beobachtungsphase anzusetzen, während die folgende Checklist eine Hilfe darstellen kann. Aus dieser Sammlung entsteht ein Programm, mit dessen Unterstützung wir das Klima in der Klasse verbessern oder sogar optimieren können. Eine Reihung der passenden Projekte erstellen wir entsprechend der Dringlichkeit der einzelnen Punkte.

