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Für LehrerInnen

Projekte 3

Wer mehr Spaß am Projekt hatte? Die Eltern, die Kinder oder ich? Eine kaum zu beantwortende Frage. Fest steht: Nach diesem Projekt gingen die Kinder sehr respektvoll miteinander um. Sie kannten den Hintergrund der anderen und konnten damit umgehen.

Ein kleiner Gag am Rande: Als Abschluss der Woche zeichnete jedes Kind der Klasse ein Selbstportrait. Ein kleiner Inder stand plötzlich vor mir und fragte: “Ich kenne mich nicht so ganz aus. Welche Hautfarbe habe ich denn nun?”

Ein Problem kann jeder einmal haben
(Thema: Mir geht es im Augenblick wirklich nicht gut!)

Ein ganz normaler Morgen. Oder doch nicht? Eines der Mädchen weint. Einige Kinder stehen bei ihm, versuchen es zu trösten. Andere lachen, einer stößt seinen Freund an: “Die Heulsuse nervt.” Ich ärgere mich, aber nur kurz, dann muss ich reagieren. Ein Fall, wie ihn jeder von uns nur zu gut kennt. Da hilft nur eines: Der normale Unterrichtstag weicht einem (fast immer für Notfälle in der Tasche steckenden) Projekttag.

  • Ein Sitzkreis wird einberufen. Auch das verstörte Kind wird gebeten teilzunehmen. Dies passiert aber ohne Zwang, wenn es erst etwas später in den Kreis kommen will, tut das nichts zur Sache.
  • Wir beginnen mit einfachem Musizieren: Summtöne werden angestimmt, die Kinder fallen ein, wann sie das Gefühl haben, mitmachen zu wollen. Am Ende ergibt sich eine Melodie, die aus der Klassenstimmung entsteht. Das Schönste ist, wenn das betroffene Kind hier einsteigt.
  • Die Kinder werden leise aufgefordert, weiter zu summen und dabei die Augen zu schließen. Jeder soll an etwas denken, das ihm Freude bereitet.
  • Wir öffnen langsam die Augen, eine Gesprächsrunde startet, ein Kind erzählt von seinen Gedanken. Andere folgen.
  • Die Kinder werden gebeten, ihre Träume nun mit Deckfarbe möglichst auf großflächigem Papier zu malen. Wer mag (und je nach Altersgruppe) kann auch dazu schreiben, was er gedacht hat.
  • Die Arbeiten werden auf dem Boden ausgebreitet, jedes Kind – auch das Kind, das Auslöser war – spricht über sein Bild.
  • Nun setzen wir uns wieder in den Sitzkreis. Die Kinder werden aufgefordert zu klatschen, mit den Fäusten auf den Boden zu schlagen, mit den Füßen zu trampeln.
  • Das eine Kind erhält eine Trommel, auf der es den Rhythmus vorgeben darf. Vorsicht: Es wird laut, denn die Aggressionen des Kindes fließen förmlich in sein Spiel.
  • Nun erfolgt eine Kanalisation. Der Lehrer/die Lehrerin notiert eine Rhythmuszeile, die etwas ruhiger und gleichmäßiger wird. Diese wird gespielt.
  • Eine weitere, hauptsächlich aus Halben und Ganzen bestehende Zeile wird notiert und gespielt.
  • Die folgende spielerische Übung macht den Kindern viel Spaß. Ein Sprechkanon beginnt:
    • Ich fühle mich wohl, wenn ich spielen kann.
    • Ich fühle mich wohl...
  • Jedes Kind bringt seine Zeile ein.
  • Nun folgt ein Spiel. Jedes Kind schreibt auf, was es eigentlich nicht mag. Die Zettel werden zusammengeknüllt und dann einem anderen zugeworfen. Der den Zettel öffnet, überlegt und sagt danach, wie er dem Kind helfen würde. Weitere Vorschläge von anderen können eingebracht werden. Eine Diskussion entsteht.
  • Die Zettel kommen in einen Korb, der zur Seite gestellt wird. An einem anderen Tag, wenn Probleme auftauchen, kann er wieder verwendet werden.
  • Folgende Reizwörter werden an die Tafel geschrieben:
    • Am Morgen
    • Sonnenstrahl
    • gute Laune
    • Papa
    • Eile
    • Schlaf
    • kleine Schwester
    • Lärm
    • aufgewacht
    • grantig

Weitere Möglichkeiten ergeben sich aus der Klassensituation!

  • Die Kinder werden gebeten, sich in Kleingruppen zusammenzufinden.
  • Die Kleingruppen bereiten ein kleines Rollenspiel vor, in dem sie die jeweilige Situation spielen.
  • Nach einer Vorbereitungszeit von ungefähr einer halben Stunde spielen die Kinder ihr “Stück” vor.

Ein derartig kreativer Tag lässt selbst Kinder wieder zu sich kommen, die unter schwerwiegenden Problemen leiden.